28.3.06

Umlauf - Tag 7

Das Frühstück habe ich verschlafen:
Es ist einfach erstaunlich, mit welcher Gewalt der Körper ab und an sein Recht auf Schlaf einfordert...

Gegen mittag geht es dann wieder Richtung Köln.
Nach einem ereignislosen Flug setzen wir um 1600 Uhr deutscher Zeit wieder in Köln auf. Draußen sind es minus vier Grad Celsius. Warum habe ich Depp bloß meinen Uniformpullover in meinem Koffer deponiert...?? Naja, kleine Sünden bestraft der Liebe Gott sofort...

Nach dem Slalomlauf durch die Sicherheitskontrolle (ja, in Köln wird man kontrolliert, wenn man den Airport verlassen (!) will?? Vermutlich um zu verhindern, daß ich meine mühsam auf den Airport geschmuggelte Kalaschnikow wieder mit herausnehme...) und die Passkontrolle des Bundesgrenzschutz (lt. meinem Kapitän gab es die letzten 30 Jahre keinerlei Grenzkontrollen für Crews, denn schließlich gilt in D die visafreie Einreise für Crews aller Nationalitäten, wenn sie von ihrer Gesellschaft entsprechend angemeldet wurden, aber vermutlich müssen hier irgendwelche Planstellen gesichert werden...) sitzen wir jetzt in einem Wagen, der uns zurück zum Heimatstandort fährt.

1,5 Autostunden später nehme ich meine aufgelaufene Dienstpost - wie am Anfang des Umlaufes - entgegen und setze mich anschließend in die S-Bahn nach Hause.

Dort wartet auf mich, niemand ahnt es, wieder Post, nur diesmal privater Natur (die letzten Angebote des lokalen Möbelhauses, die Supersparpreise des Pizza-Express und - es sind bald Kommunalwahlen - die Programme von ÖDP, der Linxxx-Alternativen-Fundi-Liste und der Republikaner, also wirklich spannende Lektüre und ein erfreuliches "Willkommen zuhause"...).

8 Comments:

Anonymous Anonym said...

Vielen Dank für diese wunderbare Schilderung von diesem sieben tägigen Umlauf. Es war für mich eindrücklich, dass zu erleben.

Eine Frage die mir beim Lesen Ihrer Berichte aufgetaucht ist: Ist es möglich bei diesem Beruf eine feste Beziehung, beziehungsweise eine Familie zu haben?

E liebe Grues

Severin

29/3/06 16:07  
Blogger Alles lacht, hier kommt die Fracht.... said...

Hallo Severin,

ja, möglich ist dies schon, das beweisen zumindestens die vielen Kollegen mit Familie (ich bin als Single da nun wirklich nicht das geeignete Beispiel...).

Der Vorteil dieses Berufes ist m. E. der, daß ich zwar viel "am Stück" weg bin, umgekehrt aber auch einige längere Freizeitblöcke genießen darf (so hatte ich nach diesen sieben Tagen Umlauf vier Tage frei).

Und meine Freizeit ist wirkliche Freizeit. Ich nehme wenig bis gar keine Arbeit mit nach Hause (Ich kenne viele Bekannte, die z. B. am Wochenende noch irgedwelche Akten für ihre Firma studieren oder Konzepte entwerfen o. ä.).

Auch gibt es für diejegen, die das wünschen oder für ihre Familie benötigen, sehr gute Teilzeitarbeitsmöglichkeiten.

Gruß,


Golfox

29/3/06 16:28  
Anonymous Sevorin said...

Ich wusste das schon lange, aber nun habe Ich es Schwarz auf Weiss: Ich muss Pilot werden!!!!!!

Vielen Dank für die vielen Eindrücke

E Grues

Severin

30/3/06 19:01  
Blogger Alles lacht, hier kommt die Fracht.... said...

Au weia,

was habe ich da bloß angerichtet...

Ich hätte vielleicht auch mal von den Nairobi-Umläufen mit zwei durchflogenen Nächten, den Samstag Abenden in einem stinklangweiligen Hotelzimmer (während auf dem Handy gut gelaunte Freunde aus der Heimat fragen, wann man denn nun endlich zu der seit langem geplanten Party komme), den Verspätungen von ein zwei Tagen, weil doch noch mehr Fracht als erwartet da ist, die eine mühsam geplante Radtour platzen lassen, dem Urlaub, den es nur im Winter, der segelflugfreien Zeit, gibt etc., etc. berichten sollen...;-))

Gruß,

Golfox

30/3/06 19:47  
Anonymous Sevorin said...

Hmm angerichtet hat das wohl schon laange laange ein anderer blöder. Oder war Ich das??? Nun auch egal. Was mir noch im Kopf rumgeistert: Fliegst du nebst diesen mehrtägigen Umläufen auch noch "einfache" Flüge, sprich Hin und am selben Tag auch wieder Retour.

E grues

Severin

30/3/06 22:41  
Anonymous Kermit said...

Hallo,

ich bin neu hier.

Vielen Dank für diesen interessanten und schön geschriebenen Bericht. Wieder etwas gelernt. Am liebsten würde ich ein paar Tage bei verschiedenen Jobs mitmachen, da das nicht geht, lese ich sehr gern diese Art von Berichten.

Die Arbeit scheint Ihnen zu gefallen, oder?

Ich werde weiter still mitlesen.
Alles Gute

Kermit der Frosch

31/3/06 15:13  
Blogger Alles lacht, hier kommt die Fracht.... said...

@Severin Ja, bei der Fracht gibt es auch "Tagestouren". Z. B. nach Göteborg und zurück an einem Tag, aber diese sind eher die Ausnahme.

Auf der Kurzstrecke gab es sowas öfter und z. B. manche Lowcost-Flieger machen ausschließlich Tagesumläufe.

@Kermit Herzlich Willkommen hier! Ich freue mich immer über Leser!
Ja, die Arbeit macht mir Spaß, auch wenn ich das natürlich meinem Arbeitgeber gegenüber - insbesondere in Zeiten von Tarifverhandlungen - gerne verhehlen möchte...;-))

Aber wie in jedem Beruf gibt es, und das möchte ich auch nicht verschweigen, auch anstrengende und nervige Seiten.
Von denen ist dann in meinem Blog meist nur am Rande die Rede, da natürlich die schönen Seiten meist weit interessanter sind (Schließlich will kaum jemand eine seitenlange Beschreibung von Schlafproblemen, verpassten Terminen, Prüfungsstress im Simulator o. ä. lesen...).

Gruß,

Golfox

31/3/06 17:46  
Blogger Lloyd said...

Ich hätte gerne mehr über "Schlafproblemen, verpassten Terminen, Prüfungsstress im Simulator o. ä." gelesen...ich denke, viele andere auch. Aber ich kann es vestehen. Ein gut geführter Blog verschlingt viel Zeit, die man halt irgendwann doch lieber anders nutzt. Trotzdem vielen Dank für den tollen Einblick in ihr Berufsleben. Und Herr nff malträtiert ja noch fleissig seine Tasten ;-)

6/8/07 07:18  

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